
Manchmal fragt man sich ja schon, was in den Köpfen von Sportlern so vorgeht. Da fährst du als SC Riessersee nach drei Pleiten am Stück ins schöne Erding und willst die große Trendwende einleiten. Und was passiert? Du lieferst ein Spektakel ab, das mehr an einen Tag der offenen Tür als an diszipliniertes Eishockey erinnert. Am Ende leuchtet ein 5:8 von der Anzeigetafel – aus Sicht der Garmischer, versteht sich. Dabei fing es gar nicht so übel an. Der Capitano höchstpersönlich, Sten Johansson, netzte im Powerplay zur Führung ein. Es war ein munteres Hin und Her, ein fröhliches Scheibenschießen, bei dem beide Defensivreihen offenbar einen Nichtangriffspakt geschlossen hatten. 3:3 stand es nach dem ersten Drittel. Doch während Erding danach den Turbo zündete, schien dem SCR langsam der Sprit auszugehen. Ein Gegentor hier, eine unnötige Strafe da – und schon lief man wieder hinterher. So wurde aus einer Chance zur Wiedergutmachung eine weitere, schmerzhafte Niederlage. Man kann den Jungs den Willen nicht absprechen, aber am Ende des Tages gewinnst du mit acht Gegentoren halt keinen Blumentopf. Die Trendwende muss also noch ein wenig im Wartezimmer Platz nehmen.