

Die Nacht in Bad Tölz ist normalerweise die reinste Oase der Ruhe. Doch kürzlich entschied sich ein 19-jähriger Autofahrer, dem Ganzen ein wenig mehr, sagen wir, Dynamik zu verleihen. Als eine Polizeistreife ihm signalisierte, dass man gerne mal einen Blick auf ihn und sein Gefährt werfen würde, interpretierte er das als Startschuss für sein persönliches Nachtrennen. Er trat aufs Gas, als gäbe es kein Morgen – oder zumindest keine Radarfalle.
Die Flucht war kurz, aber intensiv. Ein touchierter Randstein wurde dem Reifen zum Verhängnis, und plötzlich verwandelte sich das Auto in ein unkontrollierbares Geschoss. Die Gesetze der Physik, unbestechlich wie sie sind, sorgten für den Rest: Das Fahrzeug durchbrach ein Brückengeländer und nahm ein erfrischendes Bad in der Isar. Der junge Pilot konnte sich aus seinem sinkenden Schiff befreien und wurde von der Polizei, die nun eher als Wasserwacht agierte, geborgen. Ein Alkotest ergab, dass er mit 1,1 Promille wohl eher für eine Karriere als Bierzelt-Philosoph denn als Rennfahrer geeignet gewesen wäre. Am Ende des Tages musste ein Kran das Auto bergen und der junge Mann darf sich auf ein langes Gespräch mit dem Staatsanwalt freuen. Eine Lektion, die nasser und teurer kaum hätte sein können.

Mittenwald. Allein der Name klingt schon wie der Beginn einer Ludwig-Ganghofer-Verfilmung. Doch was sich dort am Wochenende abspielte, hat eher das Zeug zu einem veritablen 'Tatort'. Ein 44-jähriger Mann, Gast auf einer Feier in der Dammkarstraße, wird Stunden später, um drei Uhr morgens, im Umfeld einer Wertstoffsammelstelle gefunden. Leblos. Nach erfolgreicher Reanimation stellen die Ärzte in der Unfallklinik Murnau fest: Die Wirbelsäule ist schwerst verletzt. Ein Befund, der die Alarmglocken schriller klingen lässt als jeden Wecker am Montagmorgen.
Die Kriminalpolizei Weilheim steht nun vor einem Rätsel, das so verzwickt ist wie ein schlecht gewickeltes Wollknäuel. War es ein unglücklicher Sturz im Zustand feuchtfröhlicher Desorientierung? Ein tragisches Unfallgeschehen, das sich im Dunkeln abspielte? Oder, und das ist die Frage, die für Gänsehaut sorgt, hatte eine dritte Person ihre Finger im Spiel? Der Mann, ein polnischer Staatsangehöriger, kann derzeit nicht befragt werden, sein Gesundheitszustand lässt es nicht zu. Er ist das schweigende Zentrum eines Sturms aus Fragen. Die Ermittler haben daher einen Aufruf gestartet, der klarer nicht sein könnte: Wer hat was gesehen? Jede noch so kleine Beobachtung könnte der Schlüssel zu diesem alpinen Mysterium sein. Es bleibt spannend, fast schon zu spannend für die Idylle.

Es ist eine Szene, wie sie sich jeden Sommer tausendfach abspielt: Man steht am Ufer eines bayerischen Sees, die Sonne wärmt die Haut, und man wagt ein paar Schritte ins kühle Nass. Für einen 31-jährigen Mann aus Frankreich wurde dieser alltägliche Moment am Kochelsee zur tödlichen Falle. Gemeinsam mit Angehörigen stand er im seichten Wasser, eine harmlose Abkühlung. Doch der Seegrund ist unberechenbar. Ein paar Meter weiter änderte sich die Wassertiefe abrupt, der Mann verlor den Boden unter den Füßen.
Als Nichtschwimmer hatte er keine Chance. Er geriet in Panik, ging unter. Zeugen reagierten sofort, setzten den Notruf ab und versuchten heldenhaft, ihn zu retten – vergeblich. Die alarmierte Wasserwacht und Feuerwehr starteten eine großangelegte Suche, doch sie konnten den Mann nur noch leblos vom Seegrund bergen. Die Kriminalpolizei Weilheim hat die Ermittlungen übernommen, auch wenn alles auf einen tragischen Unfall hindeutet. Es ist ein Ereignis von stiller, grausamer Traurigkeit. Ein Moment, der uns daran erinnert, dass hinter der glitzernden Oberfläche unserer wunderschönen Seen eine gewaltige Naturkraft steckt, die Respekt verlangt. Manchmal ist der schönste Ort eben auch der gefährlichste.

Es ist eine alte Weisheit: Schuster, bleib bei deinen Leisten. Ein bislang unbekannter Täter in Schongau hätte diesen Rat beherzigen sollen, bevor er seine Karriere als Meisterdieb startete. Sein Tatplan, so scheint es, war ebenso simpel wie ambitioniert: In einer Nacht gleich zwei Geschäftsgebäude heimsuchen. Doch zwischen Plan und Ausführung klaffte eine Lücke von der Größe des Grand Canyon. Im Lena-Christ-Weg machte er sich an den Eingangstüren eines Immobilienbüros zu schaffen, doch die Tür, diese unüberwindbare Festung aus Aluminium und Glas, wehrte sich erfolgreich. Frustriert, aber nicht entmutigt, versuchte er es woanders erneut. Mit dem gleichen Ergebnis. Am Ende des Tages – oder besser, der Nacht – stand eine Bilanz, die sich liest wie das Zeugnis eines Sitzenbleibers: Zweimal angetreten, zweimal durchgefallen. Die einzigen Trophäen seines nächtlichen Ausflugs sind nun zwei demolierte Türen und ein Sachschaden, der den Wert jeder potenziellen Beute vermutlich übersteigt. Man möchte ihm fast zurufen: 'Junge, lass es sein. Versuch's doch mal mit Töpfern.' Die Polizei ermittelt, aber vielleicht sollte man eher ein Stipendium für einen Handwerkskurs ausloben.