Man muss es ja mal so sagen: Da haben die Herrschaften vom DSV und der lokale Skiclub die Region aber mal kurz in den Schwitzkasten genommen. Das Neujahrsspringen, diese heilige Kuh des Wintersports, stand auf der Kippe – und damit auch die Laune von Hoteliers, Gastronomen und vermutlich jedem, der in Garmisch-Partenkirchen nicht nur aus reiner Liebe zur Berglandschaft lebt. Ein Gerichtstermin war schon angesetzt, die Schlagzeilen quasi gedruckt. Man sah schon die Trauerkränze am Fuße der Olympiaschanze. Doch dann, quasi in der Nachspielzeit, die Wende. Man hat sich zusammengerauft. Chapeau! Die Vernunft, vermutlich beflügelt von sanftem Druck aus der Wirtschaft und Politik, hat obsiegt. Man stelle sich das mal vor, Neujahr ohne die Vierschanzentournee am Gudiberg – das ist wie ein Tatort ohne Leiche, einfach undenkbar. Jetzt kann der Sekt also doch wieder für die Siegerehrung kaltgestellt werden und nicht nur, um den Frust runterzuspülen. Die Region atmet auf, die Fans jubeln und die Kassen dürfen sich schon mal auf das vertraute Klingeln freuen. Eine Posse mit Happy End, die zeigt: Manchmal braucht es eben ein bisschen Drama, bevor am Ende wieder alle gemeinsam am Glühweinstand anstoßen. Läuft.