Kommen wir zu den Fischen. Ah, die Fische. Die schwimmen so ein bisschen durchs Leben, als wäre es ein endloser, melancholischer Song von The National. Sie sind die geborenen Träumer, die Poeten, die mit einem Fuß immer in einer anderen, schöneren Welt stehen. Ihre Superkraft ist die Empathie. Ein Fisch fühlt deinen Schmerz, bevor du selbst weißt, dass du welchen hast. Das macht sie zu den besten Freunden und den schlechtesten Verhandlern – sie würden dem Gegner aus Mitleid noch Geld schenken. Kreativität? Die sprudelt aus ihnen heraus wie Wasser aus einer Quelle. Allerdings neigen sie auch dazu, der Realität gelegentlich durch die Lappen zu gehen. Die Steuererklärung ist für einen Fisch ungefähr so attraktiv wie ein Sonnenbrand. Sie sind die Meister des gepflegten Eskapismus. Warum die harte Wahrheit, wenn man auch einen schönen Traum haben kann? Manchmal sind sie so sensibel, dass ein falsches Wort sie für Tage aus der Bahn werfen kann. Aber ihre unendliche Güte, ihre tiefe Intuition und ihre Fähigkeit, in allem eine verborgene Schönheit zu sehen, machen sie absolut liebenswert. Ein Leben ohne Fische wäre wie ein Film ohne Musik – technisch korrekt, aber ohne jede Seele. Man muss sie nur ab und zu daran erinnern, aufzutauchen und Luft zu holen.