Das ist nicht nur dreist, das ist an Bosheit kaum zu überbieten. Im südlichen Oberbayern haben es skrupellose Betrüger geschafft, einer älteren Dame aus Murnau eine unfassbare Summe von über 100.000 Euro zu entlocken. Die Masche: Der Klassiker des Schockanrufs, verfeinert mit einer Prise Polizisten-Attitüde. Die Täter spielten die Karte des vermeintlichen Unglücks, erfanden eine fiktive Geschichte über einen schweren Verkehrsunfall eines nahen Angehörigen – und schon war die Dame offenbar bereit, ihr hart Erspartes und ihre Goldmünzen einem unbekannten Abholer in Schongau in die Hände zu drücken. Man fragt sich, wie dreist man sein kann, um Menschen in solch einer emotionalen Ausnahmesituation auszunutzen. Die Polizei tappt noch im Dunkeln, hat aber immerhin eine klare Botschaft: Lasst euch nicht einschüchtern, und vor allem: Gebt niemals Geld oder Wertsachen an unbekannte Personen weiter, nur weil am Telefon jemand glaubhaft weint oder droht. Dieser Fall ist ein bitterer Weckruf, der zeigt, wie perfide manche Kriminelle vorgehen. Hoffentlich finden die Ermittler die Fäden dieses perfiden Spiels bald auf und können die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen. Bis dahin gilt: Augen auf und Ohren auf für jede Art von Schockanruf!